Animalhording – Grausiges Elend hinter verschlossenen Türen

Ein Bild des Horrors: Eine total verdreckte Wohnung – zahllose kranke und unterernährte Tiere, die zwischen Kadavern hausen – ein Geruch, den man ohne Atemschutzmaske nicht erträgt! Hier „leben“ Menschen, die sich der Grausamkeit ihrer Lebenssituation in keiner Weise bewusst sind, oder die es nicht wahrhaben wollen. Solche Menschen sind krank und benötigen selbst dringend Hilfe.

Eines ist sicher: Tiere können durch sie nicht angemessen versorgt werden. Um die Menschen müssen sich Psychologen kümmern – um die Tiere in aller Regel Tierschützer.

Nicht selten findet man in solchen „Behausungen“ – das können ebenso Häuser, wie auch Wohnungen sein – dutzende Katzen und Hunde, Nager, Vögel, manchmal sogar Schweine, eingepfercht auf viel zu engem Raum! Die Tierhalter sind weder willens noch in der Lage, den Ernst der Situation zu erkennen. Ein solcher Mensch braucht psychologische Behandlung, die Tiere müssen sofort neu untergebracht werden. Die meisten von ihnen benötigen medizinische Behandlung, die trächtigen Katzen und Hündinnen besondere Pflege, alle müssen erstversorgt, untersucht, von Parasiten befreit und intensiv betreut werden – wochen- und monatelang. – In einem anderen Fall geht es um so genannte „Mietnomaden“, die von Wohnung zu Wohnung ziehen, alles völlig verwüstet hinterlassen, die Miete bleiben sie schuldig, halbtote – da völlig unterernährte und unterversorgte – Tiere lassen sie oftmals dabei zurück. – In wieder einem anderen Fall, sind die Tierschützer schockiert über die grauenvollen Zustände: Die Katzen sind teilweise blind, einigen fehlt ein Auge, sie haben allesamt die Seuche, sind unkastriert, verletzt und vermehren sich unkontrolliert. Sie gehören einem sozial isolierten Tierquäler, der sich die Tiere nur hält, um Geschöpfe zu haben, an denen er sich ungestraft ausleben kann – wenn er schon sonst nicht respektiert wird, dann sollen doch bitteschön wenigstens die Tiere vor ihm zittern…!!!

In allen Fällen ist schnelles Eingreifen wichtig. Die Tierschützer stehen vor einem kaum zu bewältigenden Problem: Wohin mit all’ den Tieren? Denn es ist eine riesige Aufnahmekapazität erforderlich mit entsprechenden Quarantänestationen, es kommt eine aufwändige kosten- und personalintensive Mammutaufgabe auf sie zu.

Was für Menschen sind das, die den Tieren solches Leid zufügen? Es sind absurderweise genau solche, die sich selbst als besonders tierlieb bezeichnen – sie nehmen aus diesem Grund möglichst viele Tiere auf und sind unfähig zu erkennen, dass sie – schon bald völlig überfordert – diese total vernachlässigen. In allen Fällen sind Haus oder Wohnung extrem vermüllt und verkotet, die Tiere unterernährt, krank, viele bereits tot.

Das Krankheitsbild des „Animal Hoarding“ ist leider noch nicht genügend ins öffentliche Bewusstsein gerückt, um seine Folgen effektiv zu bekämpfen. Erst in der jüngeren Zeit erfährt man durch die Medien immer öfter von solchen „Tier-Messies“, wie sie bezeichnet werden. Trotzdem reagieren Nachbarschaft, Bekannte und Behörden viel zu langsam, wenn sie Anzeichen für eine solche Erkrankung bemerken. Und das Allerwichtigste: Bei den so erkrankten Menschen bringen Auflagen, Bußgelder und Ermahnungen gar nichts!

Diesen Kranken müssen die Tiere weggenommen (d.h. behördlicherseits eingezogen) werden, will man das Leben der Tiere retten.

Da auch die Menschen Hilfe benötigen, ist es wichtig, dass Amtstierärzte dann auch den sozialen Dienst benachrichtigen, der sich um die kranken Menschen kümmert.

Ansonsten ist die Rückfallquote fast 100 %! Der „Animal-Hoarder“ zieht um, sammelt erneut Tiere – bis zum nächsten grausamen Ende.

Fazit:

  1. Aufklärungsarbeit ist ernorm wichtig.
  2. Behörden (Amtstierärzte und soziale Dienste/ Psychologen) müssen über das Krankheitsbild informiert sein und entsprechend zusammenarbeiten.
  3. Die Tierschutzvereine benötigen dringend die volle Unterstützung der Veterinärämter und Richter.

 

Die Psychologie unterscheidet drei Typen von „Tier-Hortern“:
Der „Pflegertyp“: Er ist oftmals sozial isoliert, sorgt anfangs gut für die Tiere. Mit steigender Tierzahl wächst ihm das Problem jedoch über den Kopf. – Es bestehen Heilungschancen.
Der „Rettertyp“ Er hat die feste Überzeugung, dass Tiere es nur bei ihm guthaben. Behörden werden geschickt getäuscht. Erführt auch ein „normales“ Sozialleben. Der Rettertyp leidet meist an extremer Todesangst und versucht diese durch die vermeintliche „Rettung“ von Tieren zu kompensiere
Der Ausbeutertyp: Er sammelt Tiere aus Eigennutz, kennt nur seinen Egoismus,hat kein Schuldbewusstsein und leugnet das Tierleid. Er bemüht sich, Auflagen zu umgehen und spielt der Außenwelt etwas vor.

 

 

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