Straßenarbeit im Winter

Kampf gegen verhungern, verdursten und erfrieren

Was viele nicht wissen: Unsere geliebten Stubentiger stammen von der afrikanischen Katze ab und wurden im Laufe vieler Jahrzehnte domestiziert. Dies bedeutet, dass sie sich aufgrund ihrer Domestizierung genetisch verändert haben und nicht in der Lage sind, sich ausschließlich selbst zu ernähren – vor allen Dingen im Winter! Ohne die Unterstützung durch den Menschen droht einer jeden ausgesetzten Katze bei winterlichen Verhältnissen der sichere und grausame Tod.

Der Kampf ums Überleben besitzloser, wild lebender Tiere ist hart, der Kraftaufwand hoch – dieser Katzenschutz hat nichts mit idyllischer Streichelarbeit zu tun und schon gar nichts mit „Romantik“.

Abb.1 : Scheue Katzen kommen erst tief in der Nacht im Verborgenen.
Wasser und Futter wären normalerweise längst eingefroren

Kampf gegen den Hunger: Tiefe Minusgrade und die Katzen so scheu, dass sie sich erst Stunden später in tiefster Nacht ans Futter trauen (s. Abb.1). Der Aufwand, dass das Futter nicht einfriert, ist hoch. In schwer zugänglichen, oftmals für unserer Helfer gefährlichen Gebieten wird mit teuren Warmhalteboxen das Überleben gesichert. Die Schutzhäuser sind mit Styropor ausgekleidet. In großen Industriegebieten bedeutet die Versorgung von ca. 50 dort lebenden Katzen mind. 3 Stunden Arbeit täglich. Es müssen literweise Wasser gekocht, die Futterbehälter mit hochwertigem Trockenfutter gefüllt und ausgewaschen werden. – Neben Beruf und Familie führt dies alles an die Grenzen der Belastbarkeit: Hände fieren ein, Sturmwinde lassen alle Glieder erfrieren, die Dunkelheit kommt früh…Wie müssen sich da erst unsere Schützlinge fühlen?

Kampf gegen den Durst: Kaum zu glauben, aber der Durst im Winter ist unser Hauptfeind! Es bedarf dringend trinkbaren Wassers! Oftmals gibt es keinen Zugang zu Wasser – Pfützen und Rinnsale frieren im Winter schnell ein (oder trocknen im Sommer aus). In selbst gebastelten Wärmehaltegefäßen wird täglich literweise heißes Wasser mitgebracht. Nicht selten hat sich ein Katzenschutzhelfer statt eines „schicken“ PKW mittlerweile einen Kombi zum Transport der vielen notwendigen Utensilien angeschafft.

Kampf gegen die Kälte: Diese Wild lebenden Katzen benötigen dringend warme Schlafmöglichkeiten um nicht zu erfrieren. Nur selten sind Scheunen oder Hallen für Katzen zugänglich. Deshalb stellen wir selbst hergestellte, isolierte Schlafhäuser auf. Dies bedeutet natürlich viel Arbeit. Die Plätze hierfür müssen oftmals erst zugänglich gemacht werden. Schutzhäuser – rettende Zufluchtsstelle: Jedes Jahr werden die Schlafhäuschen ausgeputzt und neu gefüllt um Flöhen, Milben und sonstigen Ungeziefer keine Chance zu geben. Die Helfer sammeln hierzu das ganze Jahr über Kistenweise alte Kissenbezüge, die mit wärmenden Materialien (weiche Papierspäne oder Styroporkugeln) gefüllt werden. Unsere Schutzhäuser werden freundlicherweise von einem handwerklich begabten Helfer in mühevoller Handarbeit gebastelt. Ein Schutzanstrich sorgt dafür, dass die Verwendung dieser Häuser über Jahre gesichert ist. – Da man nicht einfach Holzhäuser in die Landschaft stellen darf, bedarf es hierfür der Genehmigung des Grundstückbesitzers, was sich oftmals als äußerst schwierig erweist.

Danke an alle, die uns diese Genehmigung auf ihrem Gelände erteilt haben!

Jedes Häuschen, das durch aggressive Ignoranz und Vandalismus zerstört wird, bedeutet für uns Tierschützer viele Stunden Mehrarbeit. – Den ganzen Prozess haben wir in wenigen Bildern dokumentiert.

Schutzhäuser errichten – ein logistisches System / Vergrößern

 

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