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Opfer einer krankhaften Tiersammlerin

Animal Hording ist ein krankhaftes Verhalten, mit dessen drastischen Folgen wir immer wieder als Tierschützer konfrontiert sind. Das zwanghafte Sammeln von Tieren stellt sich oft schleichend ein. In dem Bewusstsein, den Tieren etwas Gutes zu tun, verweigert der „Tierfreund“ sich jeglichem Einfluss von außen, wenn er auf die ausufernde Situation in seinem Haushalt angesprochen wird. Das ganze Ausmaß des oft über Jahre entstehenden Tierelends muß dann erst eskalieren, bevor der Tierschutz oder Behörden davon erfahren und eingreifen können.

Der Fall von dem wir hier berichten, handelt von einer „ehemaligen“ Tierschützerin, die einer Pferdegruppe aus dem Großraum Karlsruhe angehörte. Nachdem sie nicht mehr im Verein mitwirkte, hielt sie ihre Tiere – Großpferde, Ponys, Schafe und Ziegen – auf einer Koppel bei Durlach. Mehrere Spaziergänger und der Katzenschutzverein meldeten dem Veterinäramt den schlechten Zustand der Tiere: sie waren abgemagert und hatten oft gar kein bzw. nicht ausreichend Wasser und Futter zur Verfügung. Nach vielen Kontrollen und Ortsterminen mit der Besitzerin konnten die Tiere dann endlich beschlagnahmt werden und zum Teil gerettet werden: – einige Ziegen hatten Giftpflanzen gefressen und waren zwischenzeitlich tot.

In ihrem Durlacher Zuhause hielt sie unkastrierte Katzen und Hunde. Auffälligerweise liefen immer wieder abgemagerte Jungkatzen in der Nachbarschaft zu. Jegliche Versuche unsererseits, in dem wir Unterstützung bzw. Kostenübernahme für die Kastration anboten, wurden von ihr abgelehnt. Lügen wurden aufgetischt: „… es ist kein Problem, ich kann mir das leisten, … habe schon Termine gemacht, … gehe zu einer bekannten Tierklinik, usw.“ Lügen an die sie vielleicht selbst glaubte (was bei langjährigem Drogen- und Tablettenmissbrauch der Fall sein kann) – in jedem Fall sehr überzeugend von ihr vorgebracht – auch dem Veterinäramt gegenüber! Die Katzen, die sich ringsherum vermehrten, verfloht und abgemagert waren (laut Aussagen der Nachbarn und sogar eines persönlichen Bekannten von ihr), gehörten ihr angeblich nicht.

Kaum war sie umgezogen nach Neureut, rief der Nachbar uns an, dass sie außer einer vermüllten Wohnung auch eine Katzenmutter mit Jungen zurück gelassen habe.

Wir trafen uns mit dem Vermieter und durchsuchten alles, fingen die völlig unterernährte Katzenmutter samt einem einzigen Katzenkind ein – weitere Katzen sichtete auch unsere Nachtkamera nicht – wahrscheinlich verhungert!

Wir haben den aktuellen Fall beim Veterinäramt angezeigt!

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